Esu Dialog # 28

Von Don Hynes

17.Oktober 2010 – 8:30:22 AM

übersetzt von Anja Shakira


 

17.10.2010

 


Don:   Guten Morgen Esu. Es ist schon eine Weile her und du drängelst schon nach einem neuen Dialog.

Esu:    Ja, du warst ziemlich beschäftigt. Ich sitze allerdings auch nicht herum und drehe Däumchen !


D:        (Lacht) ja, ich verstehe. Ich arbeite an einer Website, um die Dialoge festzuhalten und ich habe beruflich eine neue Position eingenommen, die viel Aufmerksamkeit erfordert. Was jedoch eine größere Rolle spielt als diese Umstände, ist die Tatsache, dass ich wollte, dass sich innerlich ein Druck aufbaut, bevor ich mich erneut in den Dialog-Raum begebe.

E:        Das ist eine gute Strategie, Don und passend zu den Zeiten. Ein Teil dessen, was ich durch dich vermitteln wollte, ist das Verstehen des Pulsierens/ der Pulsschläge von spiritueller Energie und die Art und Weise, wie die Menschheit dieses Pulsieren individuell und kollektiv ergänzen kann.


Aber zuerst möchte ich die Wichtigkeit der vielen Stimmen hervorheben, die nötig sind, um Spirit zu unterscheiden. Heute leihst du Mir deine Stimme, mit deiner eigenen Erfahrung, deinem Wissen, deinem Wortschatz, deinen kulturellen und intellektuellen Strukturen, etc. Du bist ein menschliches Wesen mit vielen Facetten, wie jeder andere deiner Spezies, und du überbringst Meine Stimme auf eine besondere Art und Weise. Es ist deine Vorliebe, die Form des Dialoges zu benutzen, weil es dir gefällt, welche Entwicklung solch ein Dialog mit sich bringt, mehr als bei der Tätigkeit als (reiner) Schreiber.


D:        Ich sehe mich selbst nicht als Botschafter. Ich öffne das Tor zur Vertrautheit mit dem Schöpferischen Geist zunächst einmal für mich selbst und jetzt, da ich durch die Übung etwas Erfolg habe, hoffentlich auch für andere. Das Ausüben/Erfahren von Gemeinschaft ist etwas, das mein Leben beschenkt und mit Wissen versehen hat und sie ist in meinen Augen eine Sache, die der Entwicklung weitaus förderlicher ist als das Angewiesen-sein auf die Botschaften von anderen.


E:        Und doch genießt du die Botschaften die durch andere kommen und profitierst stark davon.

D:        Das tue ich, weil es da Qualitäten und Eigenschaften und Aspekte des Sehens gibt, die ich persönlich nicht empfange aufgrund der Grenzen meiner eigenen Fähigkeiten.

E:        Genau, und das ist auch der erste Punkt, den ich heute mitteilen möchte: die Wichtigkeit einer vielschichtigen Zusammensetzung von vielen Stimmen, um Spirit zu verkörpern. Ihr habt ein altes Sprichwort, das besagt „niemand ist eine Insel ganz für sich“ und ich hebe diese Erkenntnis ganz besonders stark hervor! Kein einzelnes menschliches Wesen kann den Schöpfergeist Gottes voll und ganz verkörpern. Wenn das so wäre, warum sollte sonst die Notwendigkeit für eine große und mannigfaltige Schöpfung bestehen? Diese Einsicht schränkt die Wichtigkeit des Einzelnen nicht ein; in der Tat spricht dies sogar für die Betonung und den Wert des Einzelnen, denn wenn jede Stimme gebraucht wird, um das Ganze zusammen zu setzen, dann stelle dir mal vor, wie abträglich es ist, wenn einer fehlt.

Ich habe dich zu einem weiteren Dialog gedrängt, nicht weil ich den Druck nicht einschätzen könnte oder verstehen würde, unter dem du durch den Beginn von mehreren neuen Unternehmungen stehst und durch die Entscheidung die du getroffen hattest, dass dein inneres Klima sich zuerst auffüllen sollte, bevor du wieder einen formellen Dialog beginnst. Ich habe dich gedrängt, weil Wir in diesen Zeiten so wenige erfahrene und geeignete Stimmen zur Verfügung haben, die uns helfen können, und deine Stimme wird gebraucht, nicht nur was den Inhalt oder die Struktur betrifft, sondern vor allem die Bereitschaft. Wenn sich ein einzelner dem Prozess der Gemeinschaft hingibt, dann wird dieser Einzelne zu einer offenen Tür für andere. Diese Einführung in das Reich der spirituellen Gemeinschaft ist das vielleicht wichtigste Bestreben unserer Zeit.

D:        Also ist es sozusagen bereits von Wert, „einfach nur im Spiel zu bleiben“?

E:        Von einem Wert, der für dich vielleicht nicht immer offensichtlich ist, der aber aus der größeren Perspektive von Spirit und Himmlischer Auffassung ganz klar ersichtlich ist.

Um das Pulsieren anzusprechen, mit dem ich vorher begonnen hatte, so hat die Menschheit eine Vorliebe für"s Dramatische. Eure Sportereignisse sind großartige Beispiele für das Theater, in das täglich Zehn- ja Hunderttausende involviert sind. Die Anziehungskraft zu solchen Ereignissen liegt in der athletischen Leistung begründet, aber ich möchte euch sagen, dass das noch viel mehr wegen des Dramas so ist, wegen des Theaters, das sich in der Dynamik des Wettkampfes entwickelt.

 


Während der größeren Pulsschläge von Spirit gibt es dramatische schöpferische Züge. Die Erde antwortet auf die Pulsschläge oft in der Form von Unruhe und Erdveränderungen. Die menschliche Welt antwortet mit Verfall, manchmal mit schöpferischen und positiven Handlungen, öfter allerdings mit internationalen Regierungen und Finanzen, die in chaotische und scheinbar unzusammenhängende Richtungen laufen. Ohne weitere Beschreibungen hierzu möchte ich einfach nur die Leidenschaft betonen, die die Menschheit für das dramatische grundlegende Pulsieren hat. Wenn sich etwas Sensationelles ereignet, ist jeder bereit, sofort auf diesen Zug aufzuspringen und mitzufahren, egal wohin die Fahrt geht. Was ich aber an diesem Morgen besonders hervorheben möchte ist das, was zwischen den Schlägen geschieht, zwischen den Pulsschlägen.

 


Der größte eurer Musik-Komponisten verstand das Phänomen dieses Raumes zwischen den Noten. Die Schönheit von Musik liegt genauso sehr in dieser schöpferischen Leere zwischen den Tönen wie in den Tönen der Musik selbst. Das Zusammenfügen von Ton/ Note und Raum ist es, was der Musik Drama und Schärfe verleiht und was im Zuhörer tiefe Emotionen hervorruft. Man könnte sagen, dass der großartige Komponist für das Publikum den größtmöglichen Raum öffnet, um an der Öffnung zwischen den Noten teilzuhaben. Der Raum ist nicht dazu gedacht, eine ungefüllte Leere zu sein, sondern als Möglichkeit für den Zuhörer, um etwas vorher zu ahnen, um teilzunehmen, um es der Musik zu erlauben, in Resonanz zu gehen mit dem Instrument des menschlichen Körpers und der menschlichen Seele, um dort widerzuhallen und sich aufzubauen, sodass in dem Augenblick, wenn die nächste Note ertönt, bereits eine ergänzende schöpferische Bewegung im Zuhörer aufgebaut ist, die den musikalischen Ausdruck unterstützt.


Wenn dieser kreative Raum nicht verstanden wird, dann trottet die Musik einfach nur von einem Ton zum nächsten auf eine flache, nicht-dimensionale Art und Weise, die zwar die Luft erfüllt, aber nichts dazu beiträgt, um den Geist zu inspirieren. Bei einer wahrhaft meisterlichen Komposition nimmt das Publikum nicht nur als Einzelperson teil, sondern die Musik entwickelt auch eine kollektive Antwort, in der die Zuhörer individuell in den „leeren Räumen“ mitwirken und in der sie sich mehr als nur jeder für sich alleine in einer kollektiven Gefühlsempfindung befinden, die wiederum zurück spielt zu den vorgetragenen oder vorgesungenen Noten und so wird die gesamte Partitur eine schöpferische Komposition von Komponist, Orchester und Publikum. Das sind magische Momente, die aus der Begabung der Schöpferkraft entstehen, zusammen mit einer ausgeprägten Kenntnis der Harmonien die möglich sind beim Abwechseln zwischen Ton und Leere.

 


D:        Ich denke das führt zu einem größeren Verständnis dessen, was wir im Raum zwischen den spirituellen Pulsschlägen tun.

E:        Genau, Don, das ist die Richtung in die ich heute weisen möchte. Vielleicht gibt es eine erhöhte Wahrnehmung des Pulsierens von Spirit und ein Begreifen dieser Bewegung in Form von wachsender Anzahl von Leuten, aber was enorm wichtig ist, ist die Art, wie die Leute ihren Anteil in den Räumen zwischen den Pulsschlägen beitragen. Viele hoffen auf ein klärendes Ereignis kosmischen Ausmaßes, das das Feld klären wird und das der Schöpferkraft auf Erden Raum verschaffen wird, und zwar ohne die Entmutigung des „einen Schritt vor und zwei zurück“. Es gibt viele Anzeichen dafür, dass die Zeiten, in denen wir uns befinden, zu einer solchen Auflösung führen und es gibt genauso viele wenn nicht noch mehr Zeichen für weiteren Verfall. Aber jenseits von Vorhersagen oder Prognosen bleibt doch die Frage, wie eng vertraut könnt ihr werden im Bewusstsein des Pulsierens von Spirit in eurer eigenen Erfahrung und dann, wie ich heute morgen anregen möchte, wie kreativ werdet ihr werden im Raum zwischen diesen Pulsschlägen? Welche kreative Handlung werdet ihr in der Leere unternehmen, anstatt einfach nur auf die nächste dramatische Note oder Ouvertüre zu warten?


Der Weg vom Sehen zum Handeln kann Jahre in Anspruch nehmen. Diejenigen, die ein Bewusstsein von Spirit haben, sind nicht nur im „Wahrnehmungs-Geschäft“, sondern sie haben die Absicht, die (einzelnen) Schritte von Sehen, Planen, strategischem Handeln und auch die Offenheit gegenüber dem schöpferischen Feld zu verstehen, Elemente, die lebensnotwendig sind in dem Raum zwischen den größeren Pulsschlägen von Spirit, wenn die Fülle der Schöpfung weitergebracht werden soll.


Dementsprechend braucht es einen scharfen Sinn für das was förderlich ist und was beeinträchtigend wirkt. Weltweit gesehen werden mehr Aufmerksamkeit und Energie der Selbstgerechtigkeit gewidmet als dem schöpferischen und sich gegenseitig ergänzenden Bestreben. Diejenigen, die glauben, dass sie im Recht sind, dass ihre Absicht sich gegen alle anderen durchsetzen sollte, gewinnen die Aufmerksamkeit eurer krisen-abhängigen Medien und von Chaos durchdrungenen Regierungen. Es ist für den einzelnen ziemlich leicht, diese Verirrung/Abweichung bei anderen zu sehen, aber ich rate denen, die sich eine Resonanz mit Spirit wünschen, die die Neigung dazu haben, den Schöpfergeist Gottes zu unterstützen, untersucht eure eigenen Verhaltensweisen, eure eigenen Vorurteile, eure mentalen und emotionalen Strukturen, eure fest verwurzelten Glaubenssätze und vor allem eure Worte und Taten. Es ist nicht schwer, den Splitter im Auge eines anderen zu sehen, während der Balken, der einem selbst die Sicht versperrt, völlig unbemerkt bleibt.

Monjorornson wird in einem anderen Dialog dazu noch mehr zu sagen haben. Für den jetzigen Augenblick führe ich diese Gedanken ein und bitte die Leser der Dialoge darum, dass sie über all das sorgfältig und gründlich nachdenken. Ermuntern eure Worte und Taten andere wirklich dazu, „ganz“ (sie selbst) zu sein, geheilt zu sein in spirituellem Sinn, oder bringen eure Worte und Taten nur noch mehr Bitterkeit und Zorn hinein in den sowieso schon überquellenden Kessel der menschlichen Verbitterung? Nutzt ihr die Pausen in den kreativen Vorstößen im Ausdruck von Spirit, um euren individuellen und kollektiven Beitrag zu leisten zur Symphonie des Herrn oder wartet ihr auf die nächste dramatische Note? Diese Fragen mögen vielleicht wie einfache Ja-Nein-Fragen erscheinen, aber das sind sie nicht. Sie erfordern eine Tiefe an Reflektion, die zwar oft durch Abwesenheit glänzt, aber mit Gewissheit für jedes menschliche Wesen zugänglich ist

 

 

D:        Danke Esu. Ich nehme mir deine Worte zu Herzen.

 

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