08.11.2010

Krebs durch Airport-Scanner

Andreas von Rétyi

 

Mediziner warnen jetzt vor schädigenden Wirkungen durch Körperscanner an Flughäfen. Die von den Geräten abgegebene Röntgenstrahlung könne vor allem bei Kindern bedenklich sein und in späteren Jahren zu Krebserkrankungen führen.

 

 

Körperscanner sollen unser aller Sicherheit dienen. Denn der Kampf gegen den Terror geht weiter. Doch abgesehen davon, dass gegen hausgemachten Terror kein Kraut gewachsen ist, überschreiten die neuen Röntgenanlagen die Grenze von gut nach böse. Sie verletzen auf entwürdigende Weise die Privatsphäre von Millionen unschuldiger Bürger. Und sie sind in der Lage, gesundheitliche Schäden auszulösen.

Dr. David Brenner, Leiter des Zentrums für radiologische Forschung an der US-amerikanischen Columbia-Universität, schätzt die individuelle Bedrohung zwar als sehr niedrig ein, fordert aber interessanterweise dennoch weitere Tests, um mögliche Negativeffekte auf verschiedene Risikogruppen genauer ermitteln zu können. Vor allem unsere Haut als das strahlungsempfindlichste Organ des Körpers kann Schäden davontragen, die sich erst Jahre oder Jahrzehnte später in Form von Hautkrebs bemerkbar machen. Dabei entsteht nach Aussage von Fachleuten am wahrscheinlichsten das verbreitete Basalzellenkarzinom.

Neben Kindern seien auch genetisch vorbelastete Passagiere gefährdet, deren DNA eine verminderte Fähigkeit zur Selbstreparatur aufweise. Ungefähr jeder Zwanzigste von uns trägt laut Dr. Brenner eine entsprechende Mutation in sich. Der Strahlenexperte betont, dass keinerlei andere Technologie existiere, mittels derer eine so enorm hohe Zahl an Menschen mit Röntgenlicht durchleuchtet werde.

Die zuständigen Behörden betonen hingegen, diese Technik sei absolut sicher. So erklärt die britische Zivilflugbehörde CAA, ein Fluggast müsse schon 5.000 Mal mit dem Scanner erfasst werden, um in etwa der gleichen Belastung ausgesetzt zu sein wie bei einer einzigen klinischen Röntgenaufnahme. Das Klima hoher Sicherheitsstandards erfordere zudem zur Minimierung der Luftfahrtrisiken, sämtliche nur möglichen Mittel« einzusetzen.

Dennoch sollten die Warnungen einzelner Fachleute nicht in den Wind geschrieben werden. Die jeweils zuständigen Behörden waren schon immer gut im Herunterspielen von Risiken, wenn neue Konzepte durchgesetzt werden mussten. Der Einsatz von Körperscannern erweist sich ohnehin bereits als fragwürdig genug, doch nach aktueller Expertenmeinung sind sogar auch Gesundheitsschädigungen möglich, vor allem bei Risikogruppen. Und darum geht es. Leichtfertigkeit ist hier wahrlich fehl am Platze!

 

 


 

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